photography

Carsten Riedl

AZORES 2019

Majestically the nine volcanic islands of the Azores rise from the deep blue North Atlantic high above the surface.

 Here on the Mid-Atlantic Ridge, the ocean is up to 4 km deep. Cold water from the deep and the nutrient-rich coastal waters are ideal conditions for plankton and krill. These circumstances create a pit stop for whales on their way from the warmer breeding areas in the Caribbean or the Cape Verde Islands to the far north, where they spend the summer in Arctic waters to feed.

28 different species of whales and dolphins can be discovered around the Azores. Species that live here all year round, such as the sperm whales, or even the big baleen whales that stop to feed on their way to their breeding grounds.

 For the next ten days I will become a citizen scientist and research member of the Biosphere Expeditions whale and dolphin project on the Azores. Together with nine other citizen scientists of different ages and nationalities, expedition leader Craig Turner, marine biologist Lisa Steiner and skipper Jairo Sousa, we spend up to eight hours each day on the catamaran "Physeter" (Latin for sperm whale) researching whales, dolphins and turtles.

 Biosphere Expeditions is a non-profit organisation that empowers people like you and I to become citizen scientists. There are many different projects all around the world. I decided to go for a whale and ocean one for my first expedition. And I’m sure that it won’t be my last trip with Biosphere Expeditions, because the "addiction factor" is huge.

 On our first outing, we saw common dolphins swimming elegantly around our boat, Risso's dolphins on the coast of Pico and a few loggerhead turtles. A very special encounter follwed with a group of female killer whales with their calves. How extraordinary this sighting really was, shows Lisa's database. In the last 32 years, only three encounters with orcas have been noted.

Also new to Lisa was a sound over the hydrophone she'd never heard at the Azores before: a singing humpback whale. Usually the males sings when they are looking for a partner in the warmer areas of the Caribbean or in the Cape Verde Islands.

 We also had enough time to explore the island, spend time with the other expeditioners, or just relax.

 This kind of project and the support that Biosphere Expeditions offers in the Azores, and in many other projects worldwide, is impressive. The entire expedition was perfectly thought through, planned and executed.

 It really was one of the best experiences of my life.

 

Majestätisch heben sich die 9 Vulkaninseln der Azoren aus dem tiefen Blau des Nordatlantiks.
Hier auf dem mittelatlantischen Rücken ist der Ozean bis zu 4km tief. Kaltes Wasser aus der Tiefsee und die Nährstoffreichen Küstengewässer bilden hier ideale Bedingungen für Plankton und Krill. Durch diese Umstände bilden die Azoren für die Bartenwale eine Art Snackbar auf ihrem Weg von den wärmeren Brutgebieten der Karibik oder den Kapverdischen Inseln hin in den Hohen Norden wo Sie den Sommer in arktischen Gewässern verbringen.

28 verschiedene Wal und Delfinarten kann man hier entdecken, sowohl Arten die das ganze Jahr hier leben, wie die Pottwale, oder auch solche, wie die großen Bartenwale die hier auf ihrer Durchreise einen Zwischenstopp einlegen.

Für zehn Tage werde ich Bürgerwissenschaftler und Forschungsmitglied bei der Biosphere Azoren Expedition 2019. Zusammen mit neun weiteren Freiwilligen unterschiedlichen Alters und verschiedener Nationalitäten, dem Expeditionsleiter Craig Turner, der Meeresbiologin Lisa Steiner und dem Skipper Jairo Sousa, fahren wir mit dem Katamaran „Physeter“ (lateinisch für Pottwal) fast täglich bis zu acht Stunden auf das Meer und suchen nach Walen, Delfinen und Schildkröten.

Biosphere Expedition ist ein gemeinnütziger Verein, der weltweit interessierte und engagierte Menschen als Bürgerwissentschaftler in Forschungs und Schutzprojekte integriert.
Verbringt man seinen „Urlaub“ in einem dieser Projekte unterstütz man nicht nur mit seiner eigenen Arbeitskraft die Organisationen, sondern mindestens 2/3 des Preises fliesen direkt in die Forschung. Jeder der gerne Reist, die Natur liebt und sich für Tiere und deren Schutz interessiert, sollte einmal eine solche Expedition mitmachen.
Die Auswahl an Themen ist vielfältig, ich entschied mich fürs erste für die Wale, und so viel sei schon vorweggenommen, dies wird nicht die einzige Forschungsreise mit Biosphere Expeditions sein, denn der „Suchtfaktor“ ist riesig.

Gleich bei der ersten Ausfahrt sahen wir gemeine Delfine, die elegant um unser Boot schwammen, Rissos Delfine an der Küste von Pico und ein paar Unechte Karettschildkröten.

Eine ganz besondere Beobachtung war eine Gruppe weiblicher Schwertwale mit Ihren Kälbern.
Wie außergewöhnlich diese Sichtung war, sehen wir daran dass in Lisas Datenbank, in den letzten 32 Jahren lediglich drei Begegnungen mit Orcas vor den Azoren vermerkt sind.

Ebenfalls neu für Lisa war ein Geräusch über das Hydrophon, das sie noch nie auf den Azoren gehört hatte: ein singender Buckelwal. Für gewöhnlich singen die Männchen nur bei Ihrer Partnersuche in den wärmeren Brutgebieten der Karibik oder vor den Kapverdischen Inseln.

Neben den Erlebnisreichen Tagen an Board unseres Katamarans, hatten wir auch Zeit die Insel zu erkunden.

Diese Art der Unterstützung wie sie Biosphere Expedition hier und in vielen andern Projekten weltweit aufgebaut hat ist beeindruckend.
Die gesamte Expedition war perfekt durchdacht, geplant und durchgeführt.
Es war wirklich eines der besten Erlebnisse in meinem Leben.